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unconventional and great musician
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"[...] an unconventional and great musician - the percussionist and sound wizard on instruments of t..."[...] an unconventional and great musician - the percussionist and sound wizard on instruments of the "black" continent - Nils Kercher (Cologne)
"[...]ein unkonventioneller und grossartiger Musiker - der "Drummer" und Klangzauberer auf Instrumenten des "schwarzen" Erdteils - Nils Kercher (Köln)." Main-Rheiner Zeitung (2008)
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successfull bridging of African and European traditions
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"ein gelungener Brückenschlag zwischen afrikanischen und europäischen Traditionen" (Hessicher Rundfu..."ein gelungener Brückenschlag zwischen afrikanischen und europäischen Traditionen" (Hessicher Rundfunk about ANCIENT INTIMATIONS, September 2009)
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extraordinary music nobody should miss!
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"extraordinary music nobody should miss!
The gentle rhythmical flow tells stories that take the lis..."extraordinary music nobody should miss!
The gentle rhythmical flow tells stories that take the listener into a beautiful atmosphere - calming and at the same time vitalizing and inspiring.
This music truly connects cultures and I would wish for more projects following this spirit in order to deepen the understanding between African and western mentalities" Quotes from a review about ANCIENT INTIMATIONS by Ouirinis Mediendienst, March 2009
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Nils Kercher plays kora with surprising mastership
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Klingende Augenweide
Weltmusik in Beuel
Brückenforum:
Dass Musikinstrumente auch Schmuckstücke s...Klingende Augenweide
Weltmusik in Beuel
Brückenforum:
Dass Musikinstrumente auch Schmuckstücke sein können, verschwindet manchmal aus dem Bewusstsein, wenn man es nur mit Hochglanzflügeln und Normgeigen zu tun hat. Eine Augenweide ist dagegen die Kora, die westafrikanische Harfe, die der Weltmusiker Nils Kercher bevorzugt spielt. Der Klang dieses Instruments ist eher leise, geheimnisvoll, manchmal wie ein Windspiel.
Nils Kercher erhielt es von seinem Kora-Lehrer in Guinea geschenkt und spielt es mit erstaunlicher Meisterschaft, wie er in einem Konzert im Brückenforum unter Beweis stellte. Eine große Fan-Gemeinde hatten Kercher und seine Mitspieler angelockt. Das Konzert unter dem Titel "Ancient Intimations" (soviel wie "uralte Ahnungen") ließ für zwei Stunden die Zeit stillstehen.
Man tauchte ein in eine Welt aus Klang- und Rhythmus-Teppichen, geknüpft von Bongos, Xylophon, Schlitztrommeln oder Daumenklavier, umhüllt von Drehleier-, Cello- oder Flötenklängen, überlagert von melancholischem Gesang. Die Stücke, teils Arrangements aus traditioneller westafrikanischer Musik, teils von Kercher in diesem Geist erfunden, sollen eine "Brücke in eine Welt jenseits der oberflächlichen Realität" bilden. Bei manchen durfte das Publikum mitsingen und mitklatschen. "Wir alle haben eine Sehnsucht, gemeinsam in den Fluss der Musik einzutauchen", meint Kercher. Wahrscheinlich hat er recht.
Artikel vom 23.11.2009
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Concert titled "Ancient Intimations" made time stand still for two hours"
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Review of the CD Release Concert "Ancient Intimations", Bonn - Germany, General-Anzeiger, Bonn, dail...Review of the CD Release Concert "Ancient Intimations", Bonn - Germany, General-Anzeiger, Bonn, daily newspaper
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Klingende Augenweide - Weltmusik in Beuel
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Brückenforum. Dass Musikinstrumente auch Schmuckstücke sein können, verschwindet manchmal aus dem Be...Brückenforum. Dass Musikinstrumente auch Schmuckstücke sein können, verschwindet manchmal aus dem Bewusstsein, wenn man es nur mit Hochglanzflügeln und Normgeigen zu tun hat. Eine Augenweide ist dagegen die Kora, die westafrikanische Harfe, die der Weltmusiker Nils Kercher bevorzugt spielt. Der Klang dieses Instruments ist eher leise, geheimnisvoll, manchmal wie ein Windspiel.
Nils Kercher erhielt es von seinem Kora-Lehrer in Guinea geschenkt und spielt es mit erstaunlicher Meisterschaft, wie er in einem Konzert im Brückenforum unter Beweis stellte. Eine große Fan-Gemeinde hatten Kercher und seine Mitspieler angelockt. Das Konzert unter dem Titel "Ancient Intimations" (soviel wie "uralte Ahnungen") ließ für zwei Stunden die Zeit stillstehen.
Man tauchte ein in eine Welt aus Klang- und Rhythmus-Teppichen, geknüpft von Bongos, Xylophon, Schlitztrommeln oder Daumenklavier, umhüllt von Drehleier-, Cello- oder Flötenklängen, überlagert von melancholischem Gesang. Die Stücke, teils Arrangements aus traditioneller westafrikanischer Musik, teils von Kercher in diesem Geist erfunden, sollen eine "Brücke in eine Welt jenseits der oberflächlichen Realität" bilden. Bei manchen durfte das Publikum mitsingen und mitklatschen. "Wir alle haben eine Sehnsucht, gemeinsam in den Fluss der Musik einzutauchen", meint Kercher. Wahrscheinlich hat er recht.
Artikel vom 23.11.2009
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Nils Kercher a trouvé une forme d’expression propre qui se plonge dans les musiques africaines sans renoncer à son héritage et à sa formation classique occidentale
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Des sons organiques chargés d’émotion, entre des sensibilités et des traditions qui nous emmènent d’...Des sons organiques chargés d’émotion, entre des sensibilités et des traditions qui nous emmènent d’Afrique occidentale à l’Europe Centrale, sans que l’on sache où commence l’une et se termine l’autre. Après de nombreux voyages initiatiques d’exploration et d’apprentissage, principalement en Guinée Conakry, le musicien allemand Nils Kercher a trouvé une forme d’expression propre qui se plonge dans les musiques africaines sans renoncer à son héritage et à sa formation classique occidentale. Son dernier disque, « Ancient Intimations », s’inscrit dans ce mouvement fraternel mondial qui lie les cultures et a déjà pris forme à travers la sensibilité des esprits les plus éveillés et curieux.
Des textes chantés en soussou, malinké, finnois ou encore dans des langages qui se passent des mots, comme si la voix était un instrument à la manière des mantras, des chants grégoriens ou des rituels tribaux. Outre l’utilisation suggestive et originale de la voix, l’autre composante de la plupart des chansons est la kora, dont le son délicat accentue la douceur et la spiritualité diffusée par les chœurs. Les percussions jouent aussi leur rôle dans ce registre raffiné qui imprègne tout l’album. Avec balafon, violoncelle, flûte ou violon, elles nous transportent dans des paysages magnifiques se confondant entre la Forêt Noire et le bocage guinéen. Bonté et espérance pour saluer toutes les nouvelles musiques que nous espérons recueillir cette année sur Groovalizacion.
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intriguing and original use of the voice - very elegant album
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Filled with an emotion between sensibility and tradition, his organic sounds take us from Western Af...Filled with an emotion between sensibility and tradition, his organic sounds take us from Western Africa up to Central Europe, without any way to determine where one begins and where the other one ends. After several initiatory trips to Guinea Conakry spent exploring and training, German musician Nils Kercher has managed to find a form expression of his own digging deep into African music without ever giving up his classical music background. His last album, "Ancient Intimations" is in line with the cause of human integration which binds cultures and which has already been taking shape through the discernment of the most open and curious minds.
The lyrics are in Soussou, Malinke, Finnish or even in a language without words in which the voice acts as an instrument as it occurs in mantras, Gregorian chants or tribal rituals. Besides the intriguing and original use of the voice, the Kora comes as another great support in most of the songs. Its delicate sound accentuates the softness and spirituality projected by the choirs. Equally the subtle percussions play an important part in this very elegant album. Backing a balafon, a cello, a flute or a violin they transport us to some beautiful landscapes from Black Forest to Guinean farmlands. Kindness and hope are here to greet all the styles of music that we expect to host this year on Groovalizacion.” Groovalizacion, January 2010, Nils was nominated as “talent of the month”)
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CD Tipp of the month - fulminantes weltmusikalisches Werk, das vor allem in musikalischer Hinsicht brilliert
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NILS KERCHER - »Ancient Intimations«
Kartoniert mit Booklet, Vertrieb Silenzio.de, 15,99 €
Der vom...NILS KERCHER - »Ancient Intimations«
Kartoniert mit Booklet, Vertrieb Silenzio.de, 15,99 €
Der vom Webradio Groovalization zum „Talent des Monats“ gekürte Nils Kercher legt mit seinem Debutalbum „Ancient intimations“ ein fulminantes weltmusikalisches Werk vor, das vor allem in musikalischer Hinsicht brilliert ...
Außergewöhnlich an diesen Kompositionen ist der Brückenschlag zwischen westlichen und afrikanischen Traditionen. Westlich ist vor allem das Musikverständnis des Komponisten. Afrikanisch hingegen sind die Gesangsparts und die Instrumentenwahl. So verzichtet die Musik gänzlich auf synthetische Sounds oder stumpfsinnige Vierviertel-Beats. Nils Kercher vermag es, seine Instrumente subtil und 100 % natürlich in Szene zu setzen. Nichts kommt hier aus der Dose. Stattdessen fließt aus dem Resonanzraum der Instrumente ein nuanciert rhythmisches und gleichzeitig kontemplatives Musikwert von zeitloser Schönheit. Hervorzuheben ist das aufwendig gemachte Cover aus recycleten Karton. Inhalt und Aufmachung machen dieses außergewöhnliche Werk zu unserem Medientipp der Ausgabe. (Prisma Magazin, April/Mai 2010, bestmögliche Gesamtnote, 5 Sterne)
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“Es gibt CDs, die nimmt man nur ungern wieder aus dem CD-Player heraus. Intimations ist eine solche Scheibe. (...) Nils Kercher, der sich hier als Multitalent präsentiert, kreierte mit dieser CD ein musikalisches Festmahl für die Ohren.”
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Festmahl für die Ohren
Es gibt CDs, die nimmt man nur ungern wieder aus dem CD-Player heraus. Intim...Festmahl für die Ohren
Es gibt CDs, die nimmt man nur ungern wieder aus dem CD-Player heraus. Intimations ist eine solche Scheibe. Nils Kercher gelingt es, Organisch, frisch, melodisch, traditionell und modern in einem den uralten Puls afrikanischen Rhythmen mit dem transparenten Klang der Kora, einer afrikanischen Harfe zu verweben.
Hinzugesellen sich warme Cello-, Balafon- und Flötenklänge, die den melodiösen, oft mehrstimmigen Gesang tragen, der vom Wechsel zwischen ethnischen bis hin zu schwebenden, choralähnlichen Einflüssen lebt. Die zehn Stücke zwischen zwei und neun Minuten lang, sind stilvoll arrangiert und lassen Instrumente und Stimmen fast unmerklich miteinander verschmelzen und verwöhnen die eigenen Ohren aufs Feinste. Der starke westafrikanische Einfluss der die einzelnen Stücke durchdringt, stellt keinen Versuch dar, eine fremde Kultur bis ins Detail zu kopieren, sondern wurde von dem talentierten Musiker gekonnt interpretiert. Gesungen wird auf Soussou und Malinke, zwei westafrikanischen Sprachen, auf Finnisch oder jenseits der herkömmlichen Worte. Nils Kercher, der sich hier als Multitalent präsentiert, kreierte mit dieser CD ein musikalisches Festmahl für die Ohren. (Connection Verlag, Doris Iding, Oktober 2009)
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"Ancient Intimations" ist imstande, die spirituelle Essenz der afrikanischen Musik vortrefflich einzufangen und dem Hörer zu vermitteln. Man spürt die Begeisterung, mit der diese CD von allen Beteiligten aufgenommen wurde. (...) Und so erfüllt die Platte tiefste Sehnsüchte und bestätigt innere Ahnungen. Gut, dass all das genreübergreifend vonstatten geht, grenzenlos und völlig zwanglos, raumgebend und letztlich frei und zügellos.
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Nils Kercher Ancient Intimations
Die Magie der afrikanischen Musik ist die Basis und die Triebfede...Nils Kercher Ancient Intimations
Die Magie der afrikanischen Musik ist die Basis und die Triebfeder, die den deutschen Musiker Nils Kercher zu seiner eigenen Musik inspiriert. Seit dem Jahr 1992 macht Kercher Musik und veranstaltet spirituelle Workshops, seit zehn Jahren gemeinsam mit seiner Partnerin Kira Kaipainen. Bei den Konzerten der beiden bilden interaktive Kompositionen mit dem Publikum die Grundlage für direkte Kommunikation über die Musik. Auch via CD gelingt dieses Unterfangen. "Ancient Intimations" ist geprägt von traditionellem Gesang, dynamischen Rhythmen der Djembe, Basstrommeln und Woodblocks und der sanften Melodie des Balafons und der Kora, so etwas wie eine afrikanische Harfe. Die Symbiose aus in unserem Kulturkreis eher ungeläufigen Instrumenten mit Violine, Cello und Flöte kreiert einen Sound, der einerseits fremd, andererseits äußerst vertraut anmutet. In Guinea lernte der Musiker auf seinen zahlreichen Reisen, die afrikanische Musik zu spüren und selbst zu spielen, und es ist stets der Rhythmus, der Kerchers Musik zu tragen vermag, ihr gleichzeitig Dynamik und Tiefe verleiht. "Ancient Intimations" ist imstande, die spirituelle Essenz der afrikanischen Musik vortrefflich einzufangen und dem Hörer zu vermitteln. Man spürt die Begeisterung, mit der diese CD von allen Beteiligten aufgenommen wurde. Man riecht den Sommer, schmeckt das Gras, spürt die Sonne, hört und sieht den Enthusiasmus der Musiker und weiß, dass man zwar nicht viel, aber gerade genug weiß, um sich selbst ganz und gar zu spüren. Und so erfüllt die Platte tiefste Sehnsüchte und bestätigt innere Ahnungen. Gut, dass all das genreübergreifend vonstatten geht, grenzenlos und völlig zwanglos, raumgebend und letztlich frei und zügellos. Kerchers Klänge sind nie ein krampfhaftes Zeigen von Virtuosität, sondern stets der Versuch, in die Glut der traditionellen, archaischen westafrikanischen Stammesmusik hineinzupusten, auf dass sie wieder Flamme werde. Und die züngelt rhythmisch, spirituell, geistvoll und immerwährend.?(Ursache und Wirkung, Wolfgang Bauer)
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”gentle strokes for the soul”
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Streicheleinheit für die Seele
Eisenhüttenstadt (moz) Augen und Ohren sind am Wochenende in der Ora...Streicheleinheit für die Seele
Eisenhüttenstadt (moz) Augen und Ohren sind am Wochenende in der Orangerie im Klostergarten in Neuzelle verwöhnt worden. Dort gelang mit wunderschönen Bildern und Klängen ein toller Start in die diesjährige Sommersaison.
So etwas hat selbst Walter Ederer, Direktor Marketing und Kultur der Stiftung Stift Neuzelle, noch nicht erlebt. „Allein in der Pause wurden etwa 20 CDs verkauft“, sagt er in der lauen Samstagnacht. Bei den meisten anderen Konzerten bleibe diese Zahl einstellig. Doch das große Interesse der Besucher in der ausverkauften Orangerie zum Auftakt der Reihe „Sommerklänge“ spricht dafür, dass die Stiftung mit dem jungen Musiker Nils Kercher genau den richtigen Riecher hatte. Der streichelt mit seinen Händen die Trommeln und mit seiner samtweichen Stimme die Seele.
Gemeinsam mit der Finnin Kira Kaipainen, die nicht nur singt und trommelt, sondern sogar als Tänzerin über die kleine Bühne schwebt, und mit Dinesh Mishra, der seinen indischen Flöten geradezu mystische Töne entlockt, schafft es Kercher, das Publikum zu entschleunigen. „Ich komme eigentlich aus der Klassik“, erzählt der junge Mann. „Ich habe erst Geige gelernt, dann Schlagzeug. Aber erst bei den Trommeln habe ich gespürt: Das ist mein Ding.“ Auf einer mehrmonatigen Reise durch Westafrika inhalierte er die dortige Klangwelt und wurde in die Geheimnisse des Kora-Spielens eingeweiht. Die Kora, eine Art westafrikanische Harfe, hat er auch an diesem Abend mit. Fast zärtlich zupft er an den Saiten aus Angelsehne und singt sich in Ekstase. Seine Melodien sind wie Flüsse, die nicht enden wollen, und gleichzeitig wie ein Feuer, dessen Glut nicht erlischt. Immer voller Sehnsucht und Leidenschaft.
„Wunderschön“, findet Angela Irmler. Sie sei schon in Afrika gewesen und deshalb auch zu dem Weltmusik-Konzert gekommen. Eine weise Entscheidung. Auch der neunjährige Johannes lauscht bis zuletzt ganz konzentriert den fremden Klängen. „Die Trommeln und die Harfe fand ich toll“, sagt er. Wie toll, das zeigt der Fakt, dass er mit all den anderen Zuschauern mitsingt, als Nils Kercher sich einen Chor wünscht.
Dieses Weltmusik-Konzert war das erste von sieben Veranstaltungen im Rahmen der „Sommerklänge“. Diesen Freitag geht es weiter mit der Jazz-Ikone Angelika Weiz. Während die Musikabende im Wesentlichen von der Stiftung Stift Neuzelle organisiert werden, kümmert sich Rainer Barcikowski vom Kulturcafé Barocco in der Orangerie um die Kunstausstellungen und Lesungen. Am Freitag wurde die erste Ausstellung mit Akt-Gemälden des Malers Michael Bajsarowicz eröffnet. „Sieben Bilder waren gleich am Eröffnungstag verkauft“, verrät Barcikowski. Mittlerweile würden Künstler und Autoren sogar schon beim Kulturcafé anfragen, ob sie ausstellen oder lesen können. Der Klostergarten mausert sich offensichtlich langsam zum Geheimtipp für Künstler. Auf musikalischer Ebene sei das ebenso, sagt Walter Ederer.
© MOZ/JANET NEISER
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WELTEXPRESS-TALK: INTERVIEW WITH NILS KERCHER BY JOURNALIST / ETHNOLOGIST DR. LOTHAR A. HEINRICH
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DAS WELTEXPRESS-GESPRÄCH: INTERVIEW MIT DEM MUSIKER NILS KERCHER
Berlin (Weltexpress) - Nils Kerche...DAS WELTEXPRESS-GESPRÄCH: INTERVIEW MIT DEM MUSIKER NILS KERCHER
Berlin (Weltexpress) - Nils Kercher, Multiinstrumentalist und Sänger gehört zu der wachsenden Zahl auch deutscher Musiker, die sich „afrikanischer“ Musik zugewandt haben. „Afrikanisch“ setze ich Anführungsstrichen, weil es sehr unterschiedliche Musikkulturen in Afrika gibt, sowohl traditionelle als auch in verschiedener Weise von Musikkulturen von außerhalb Afrikas beeinflusste.
Der 1975 in Bonn geborene und auch dort lebende - falls er nicht gerade mal wieder unterwegs ist, wie etwa um die Jahreswende in Mali - hat sich auf die Musik der im westlichen Teil Westafrikas beheimateten Mandevölker und hier insbesonders auf die in der Republik Guinea spezialisiert. Er wurde bisher für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet: World Music Charts Europe 2009 (WMCE), Talent of the Month (Radio Groovalizacion, Europe) und Medientipp der Ausgabe April/Mai 2010 des “Prisma-Magazin”. Anlässlich dreier Konzerte, die Nils Kercher Ende 2011 zusammen mit der finnischen Musikerin und Tänzerin Kira Kaipainen und wechselnden weiteren MusikerInnen gab – das erste in Köln aus Solidariät mit dem Kölner Verein „Hilfe für Guinea e.V.“, zwei weitere kurz darauf im Konzertsaal des Beethovenhauses in Bonn - befrage Lothar A. Heinrich den Musiker nach seinem Werdegang und der Bedeutung seiner Musik auch für ein deutsches Publikum. Die Musik Nils Kerchers und seiner Mitwirkenden ist in besonderem Maße gleichzeitig durch Zartheit und große Dynamik gekennzeichnet.
Schildern Sie bitte kurz Ihren musikalischen Werdegang.
Kercher: Als erstes Instrument begann ich mit sechs Jahren Geige zu spielen.
Ich spielte im Schulorchester und sang viele Jahre im Chor.
Im Alter von 13 Jahren hatte ich meine Eltern endlich überzeugt, mir auch Schlagzeugunterricht zu ermöglichen.
Zusätzlich zum klassischen Musizieren folgten daraufhin verschiedene Bandprojekte,
Später orientierte ich mich musikalisch immer mehr in Richtung des afrikanischen Kontinents und unternahm insgesamt sieben Studienreisen in drei verschiedene westafrikanische Länder, am intensivsten nach Guinea. Dort lernte ich zunächst die Djembé zu spielen, dann auch verschiedene Melodie-Instrumente und ein wenig traditionellen Gesang.
Mein erstes größeres Solokonzert mit eigenen Stücken, in denen ich all diese aufgenommenen Stilrichtungen kombinierte, fand 1997 statt.
Seitdem gebe ich Konzerte in verschiedenen Konstellationen mit anderen Musikern, wobei die musikalische Grundrichtung immer ähnlich geblieben ist.
1999 erschien meine erste CD „Rhythms of Silence“, 2004 ein Kurs zum Djembe-Spielen auf CD, 2009 das Album „Ancient Intimations“ und im Februar 2012 folgt ein Live-Album.
Seit 1999 spielt, singt und tanzt meine finnische Lebensgefährtin Kira Kaipainen bei fast jedem meiner Konzerte. Unser Zusammensein bildet also schon lange die Basis dieses Projektes. Ausser meiner ersten Studienreise haben wir alle Afrika-Reisen gemeinsam unternommen, sie hat dabei vor allem den traditionellen Tanz, aber auch das Balafonspielen und Singen gelernt.
Wir geben häufig Konzerte als Duo. Die Besetzung der anderen Musiker wird dem jeweiligen Rahmen angepasst und wechselt. Einige, mit denen wir schon seit längerem immer wieder zusammen arbeiten ist der finnische Percussionist Samuli Majamäki, der indische Bansurispieler Dinesh Mishra und die deutsche Cellistin Sue Schlotte, die mit ihrem sehr persönlichen Stil sehr gut mit den organischen und natürlichen Klängen der ethnischen Instrumente harmoniert.
Wann und warum hat sich Ihr Interesse für afrikanische Musik entwickelt und insbesondere solcher aus Guinea?
Kercher: Im Alter von 16 Jahren hat mich ein Konzert eines deutschen Multi-Instrumentalisten, der Ende der 80iger Jahre längere Zeit in Guinea verbracht hatte, so beeindruckt, dass ich die folgende Nacht vitalisiert wach lag. Es war wie ein Ruf, der in mir nachhallte und daraufhin kontaktierte ich ihn, um zu fragen, ob ich von ihm eine Djembé kaufen könne.
Die fast magische Kraft, die in dieser Musik für mich spürbar war und die aus einer Tiefe jenseits der Oberfläche hervorzusprudeln zu schien, war genau das, was ich unbewusst immer geahnt und gesucht hatte.
Dieser Musiker hatte ein bemerkenswertes Gespür entwickelt für die Nuancen, die nicht nur mit der technischen Seite des Spielens zu tun haben und etwas von dem eigentlichen Geist dieser Musik transportieren.
Als ich dann zum Aussuchen einer Trommel bei ihm war und wir ein wenig zusammen spielten, lud er mich ein, für ihn direkt am gleichen Tag bei einer Probe die Begleitung zu spielen. Kurz darauf folgten einige Konzerte, bei denen ich mitspielte.
Er war zuerst mein Lehrer und musikalisches Vorbild und später hatten wir ein gemeinsames Duo.
Mein Interesse an der westafrikanischen Musik wuchs und ich nahm gleichzeitig auch Unterricht bei einigen Djembé-Spielern aus Guinea und wirkte bei vielen Ihrer Workshops und Konzerte mit.
Während ich noch zur Schule ging, war diese Leidenschaft meine eigentliche Hauptbeschäftigung. Ich gab damals selbst auch Trommelunterricht und es war mir klar, dass ich nach dem Abitur direkt im Land selbst weiter lernen wollte.
Was ist das Spezifische an "afrikanischer" Musik, was das Besondere an Musik aus Guinea?
Kercher: Auch wenn es ja immense Unterschiede zwischen den einzelnen Gegenden Afrikas gibt, hat die Musik auf dem gesamten Kontinent für meine Wahrnehmung etwas sehr Körperliches und Sinnliches. Sie fliesst unproduziert und wird nicht mental konstruiert. Sie „grooved“ wie nichts anderes, was ich kenne. Alleine wenn die Kinder in Westafrika bei Ihren Spielen gemeinsam im Rhythmus klatschen und singen, grooved es so sehr, dass man kaum widerstehen kann, mitzumachen.
Vielleicht, weil die Musik so direkt der Lebendigkeit des Körpers entspringt und als ein Feld wahrgenommen wird, in das alle Anwesenden gemeinsam eintauchen, wird dabei intuitiv mehr dieser musikalischen Einheit gedient, von dem alle profitieren, als dass individuelle Leistungen und Konkurrenzen zu wichtig werden. In einer der Sprachen aus Westafrika sagt man nicht „die Musik klingt schön“ sondern „sie schmeckt schön“ - alleine das sagt schon viel darüber aus, wie Musik erfahren wird.
Da die afrikanische Musik - und traditionell ja das gesamte kulturelle Wissen - nicht über das Sehen vermittelt wird, wie fast immer bei uns über die Notenschrift, ist die Kapazität für das Zuhören viel intensiver ausgeprägt. Auch das kommt dem Zusammenspiel zugute.
Eine weitere wichtige Qualität, die ich in Westafrika kennen gelernt habe, ist die Fähigkeit der Musiker, wenig machen zu können. Auch technisch hoch virtuose Spieler können die einzelnen Töne atmen lassen, Raum erlauben für Wiederholungen und wohltuende Schlichtheit. Das ist bei uns oft anders, ich habe den Eindruck, dass dies auch an einer bestimmter Grundhaltung liegt, die in unserer Kultur schon früh anerzogen wird: das Prinzip der Leistung, d.h. der Wert des Einzelnen wird über seine Leistungen definiert und deshalb geraten wir so oft unter Druck, mehr zu produzieren als es vielleicht gerade natürlich wäre.
Von dieser inneren Sicherheit und dem Mut, sich zu erlauben, wenig zu machen, habe ich viel gelernt.
Unter Freunden und Interessenten der sogenannten "Weltmusik" ist Musik aus Mali relativ gut bekannt. Mir scheint, dass es eine nähere Verwandschaft zwischen dieser und der Musik aus Guinea (etwa verglichen mit Musik aus Nigeria, aus Cameroun, dem Congo, aus Zimbabwe oder aus Südafrika) gibt. Was ist gleich, was unterschiedlich?
Kercher: Die Mandingo sind in Mali sowie in Guinea vertreten und Sprache und Musik haben viele Ähnlichkeiten. Früher gab es ein großes Mande-Reich, dass sich über mehrere Länder Westafrikas erstreckte und auch Mali und Guinea mit einschloss.
Die Tradition des Koraspiels und viele Rhythmen, Melodien und Gesänge sind in Guinea und Mali fast identisch. Die Interpretation und Spielweise fällt in beiden Ländern etwas anders aus.
In beiden Ländern leben jeweils noch andere Volksgruppen, gerade in Mali weiß ich nur wenig über deren Sprachen und Musik.
Die Wassolon-Musik, die beispielsweise durch Oumou Sangare bekannt geworden ist, hat einen ganz eigenen Charakter. Sie ist vor allem in Mali zu finden. Die Tonleiter dieser Stilrichtung ist pentatonisch aufgebaut.
Auch die sogenannte Griot - N´Goni, eine Art Laute, wie der in den letzten Jahren erfolgreiche Bassekou Kouyate sie spielt, habe ich nur in Mali gehört.
Die komplexen Doun Doun Ba Rhythmen sind wiederum eine Spezialität der Trommel- und Tanzkultur Guineas, sie werden dort sehr virtuos gespielt.
Die Musik der Volksgruppen aus dem Regenwaldgebiet Guineas besitzt wieder eine ganz andere Klangfarbe.
Es gibt einen bestimmten „Guinea-Stil“ den ich meistens sofort erkenne. So lief z.B. letztens in einem Taxi hier in Bamako / Mali Musik und ich fragte den Fahrer sofort, ob sie aus Guinea kommen würde. Er bejahte erfreut, denn er selbst kam aus Guinea und ich fühlte mich fast ein bisschen an ein zweites Zuhause erinnert. Irgendwie ist Guinea mir mittlerweile schon vertraut und es gibt eine bestimmte strahlende, melodiöse Qualität in der Musik, die ich dort sehr schätze.
Eine Gemeinsamkeit zwischen der Musik aus Mali und Guinea ist die Berührung mit der arabischen Welt, die manchen Stücken ein eigenes Gewürz hinzufügt.
Natürlich ist auch Musik aus Guinea vielgestaltig. Ich erinnere mich aus den 60er, 70er Jahren an Gruppen wie "Bembeya Jazz National" oder an Künstler wie Kouyate Sory Kandia. Was ist das Besondere an Ihrer Musik?
Kercher: Ich kenne nur einige Aufnahmen von Kouyate Sory Kandia und darauf singt er wirklich schön und mit mitreissender Leidenschaft. Andere Gruppen aus dieser Zeit kenne ich nicht namentlich. Durch die Anbindung Guineas an die kommunistischen Länder zu dieser Zeit ist auch die damalige Musik geprägt worden. Gerade kubanische Einflüsse sind damals mit der traditionellen Musik vermischt worden. Aber dadurch, dass das Land bis in die achtziger Jahre für die westliche Welt nicht zugänglich war, ist auch der Reichtum der traditionellen Musik sehr gut erhalten geblieben. Der umstrittene langjährige Präsident Guineas, Sekou Touré, hat immerhin die traditionelle Musik und den Tanz bewusst gefördert.
Wie verbinden Sie afrikanische und speziell guineische Musik mit außerafrikanischer im Rahmen der sogenannten "Weltmusik"?
Kercher: Weil ich so viele unterschiedliche musikalische Eindrücke aufgenommen habe und keinen Anspruch habe, die Musik irgendeiner Tradition - sei es eine europäische oder afrikanische - stilecht zu reproduzieren oder zu konservieren, kombiniere ich tatsächlich alles, was mir gefällt.
Alle musikalischen Einflüsse in mir suchen sich ihren eigenen Weg und manchmal inspiriert mich dabei meine Vorliebe für Afrika, dann wieder mein klassischer Hintergrund oder die Musik von Komponisten wie beispielsweise Arvo Pärt.
Die Stücke entstehen aus einem inneren Hören verschiedener Komponenten, die oberflächlich weit auseinander zu liegen scheinen, aber so höre ich sie.
Einmal fragte ich, was Kira einfallen würde zu einer Melodie. Daraufhin schrieb sie direkt den finnischen Text für Talven Syli auf einen Zettel, der zufällig herumlag. Dem Stück „Ah-Ye“ liegt ein frei erfundenesThema auf einer südafrikanischen Kalimba zugrunde, zu dem ich bei einer Testaufnahme mit meiner Violine verschiedene Melodien ausprobierte, bis daraus das Streicher - Arrangement entstand. Der Rhythmus der Basstrommeln basiert - wie bei vielen der Stücken - auf einem traditionellen Doun Doun Ba Rhythmus aus Guinea.
Bei der Entstehung des Stücks „Sacred Forest“ hatte ich beim Spielen von ausgehöhlten Baumstämmen aus der Regenwaldregion Guineas den Impuls, getragen, fast Choral-ähnlich dazu zu singen und das Ganze mit dem Klang der indischen Shrutibox zu untermalen.
Da ich als so förderlich für das Entstehen einer musikalischen Einheit empfinde, dass in Westafrika alles über das Hören vermittelt wird, arbeite ich normalerweise ohne Notenschrift.
Erst im letzten Sommer habe ich wieder Noten geschrieben, für ein finnisches Streichquartett, mit dem wir unsere Musik in der Kulturhauptstadt Europas (Turku, Finnland) aufgeführt haben. Nach fast 20 Jahren Abstand dazu, konnte ich dieses Medium wieder neu schätzen lernen.
Haben Sie in Guinea oder anderen Teilen Afrikas alleine oder mit Band Konzerte gegeben? Wie reagierte "das" afrikanische Publikum?
Kercher: Nein, ich würde mich sehr freuen, irgendwann dort zu spielen!
Das Stück „ I siga fe minde“ - auch in Kombination mit dem Musikvideo, welches in Guinea gedreht wurde - hat einige positive Kommentare von Menschen, die aus Guinea und anderen westafrikanischen Ländern kommen, erhalten. Die meisten, die so etwas im Internet finden können und wollen, leben natürlich selbst im Ausland, da die Mehrzahl der Menschen dort von einem Internetzugang noch nicht einmal träumen könnten. Solche, die sich diese Technik leisten können, sind häufig eher an kommerziellerer moderner Musik interessiert.
Einige unserer Versionen von traditionellem Liedgut würden beim ersten Hören für die, die es aus dem traditionellen Kontext kennen, ungewohnt klingen. Eine etwas ältere und recht bekannte Tänzerin aus Guinea, die auch viel im Ausland auf Tournee gewesen ist, reagierte erfreut und fast überrascht, als sie die Musik hörte. Ihr gefielen die Arrangements und dass jemand etwas ganz eigenes daraus machte und klassische Instrumente wie Violine mit eingebaut hatte.
Wann immer ich aber beim Üben auf dem Innenhof, beim Spielen mit meinen Lehrern und vor allem beim Singen von den Menschen dort gehört wurde, kam mir eine sehr positive und erfreute Reaktion entgegen. Die Menschen fühlen sich, habe ich den Eindruck, in ihrer Kultur und Kunst gewürdigt und teilen sie gerne mit jemandem, der ernsthaftes Interesse daran zeigt. Beim gemeinsamen Musizieren ist es manchmal so, als hätte man eine Sprache gefunden, die auf tiefe Weise verbindet und eine Freude des gemeinsamen Mensch-Seins aufleuchten lässt. Häufig ist man danach nicht mehr der reiche „Weiße“ mit Kolonialhintergrund aus dem Ausland, sondern wird zu einem Mitmensch, der ganz anders spürbar geworden ist.
Bei unseren Konzerten in Europa freue ich mich immer sehr, wenn ein Afrikaner oder eine Afrikanerin anwesend ist und bis jetzt begegnete uns immer eine sehr schöne Offenheit von solchen eher seltenen Besuchern unserer Konzerte.
Ihre Musik hat durch die polyrhythmische Intensität, aber m.E. auch durch den warmen Klang der Instrumente (Holzplatten des Balafons, die heute mit Angelschnur und einst mit Saiten aus der Haut der weiblichen Antilop bespannten Kora, Holztrommeln mit Tierhaut bespannt) sowie den auf Ekstase - hier an und für sich der falsche Begriff, denn in Afrika handelt es sich genau genommen um "Enstase". L.A.H.] zielenden repetitiven Charakter melodischer Themen eine unmittelbare und tiefgehende körperliche Wirkung. Sehen Sie darin einen Beitrag zur Wiederbelebung der ursprünglichen somatischen Charakteristika von Musik, die in der abendländischen Musik einerseits durch die Kirche seit dem Mittelalter zurückgedrängt wurde, und der gleichzeitig in einem gewissen Gegensatz zur wachsenden Durchdringung der ganzen Welt durch die Abstraktheit des kapitalistischen "Wertes" steht? Oder anders ausgedrückt: ist sie ein Beitrag zur Verteidigung der Menschlichkeit und der Spiritualität gegen das Gesetz der Maschine und des Profits?
Kercher: Diese Frage fasst viel von dem in Worte, was Musik für mich bedeutet.
Gerade diese somatische Komponente suche in meiner Musik und ihr bin ich auch in Afrika immer wieder begegnet. Seit dem ich diesen, man könnte sagen „musikalischen Seins-Zustand“ kennen gelernt habe, habe ich kein Bedürfnis mehr, während des Musizierens irgend etwas anderes anzustreben, als diesen. Dann hat für mich Musik eine spirituelle Komponente, die weniger eine weltanschauliche Theorie, als eine im Körper erfahrbare Realität sein kann. Und das gibt der Musik einen Sinn, der tiefer geht, als nur die Summe der gespielten Töne. Eigentlich wird sie dann zum Werkzeug.
In vielen meiner Stücke wiederholen sich melodische und rhythmische Muster. Wer möchte, kann sich davon nach und nach tragen und tiefer nach Innen mitnehmen lassen, wie beim Prinzip der Spirale.
Man muss leider annehmen, dass die letzte „originale Musik“, die frei vom Einfluss der modernen Welt geblieben ist, sehr bald vollends verschwunden sein wird. Ich habe den Eindruck, dass etwas von der Essenz dieses in allen Kulturen vorhandenen „alten Wissens“ auf die oben beschriebene Weise auch heute weiterleben kann, wenngleich die Form sich vielleicht ändert. Dann macht es eigentlich keinen Unterschied, ob man nun als Urmensch am Feuer in einer Höhle oder in einem modernen Konzertsaal spielt. Darauf bezieht sich der Titel meines letzten Albums „Ancient Intimations“ was auf deutsch „Uralte Ahnungen“ bedeutet.
Welche Projekte verfolgen Sie aktuell und/oder in absehbarer Zeit?
Kercher: Gerade ist eine Live-CD fertig geworden, die im Februar herauskommen wird.
Ich habe schon viele neue Stücke und Ideen und hoffe, dass ich bald mit der Arbeit für das nächste Studio-Album beginnen kann.
Live-Konzerte mit verschiedenen Musiker/innen liegen mir am Herzen, weil ich den Kontakt und die Kommunikation mit dem Publikum sehr schätze.
Ich bin beim Schreiben gerade in Mali, und habe das Privileg, neue musikalische Eindrücke aufzunehmen. Es wird sich zeigen, was daraus neues wachsen wird.
Sie singen in afrikanischen Sprachen wie Soussou. Was ist der Inhalt Ihrer Stücke? Sind die Stücke im Wesentlichen Eigenkompositionen oder Bearbeitungen traditioneller guineischer Musik?
Kercher: Meine Stücke sind ungefähr zur Hälfte angelehnt an traditionelle Musik aus Westafrika, denen ich aber immer auch neue, eigene Sequenzen hinzufüge oder sie auf meine Art modifiziere. Wichtig ist mir, dass ich ein solches traditionelles Thema zu meinem eigenen machen kann, sodass es sich für mich natürlich und authentisch anfühlt.
Dabei singe ich die traditionellen Texte, oder manchmal nur Auszüge davon und manchmal auch leicht verändert, sodass ich dahinter stehen kann. So lag es mir z.B. fern, zu singen, dass ich mich dem großen Marabut von Kankan, der wohl zu seinen Lebzeiten ein sehr berühmter Mann gewesen war, anvertrauen würde. Da ich selbst keinen Bezug zu diesem Satz finden konnte und zu wenig darüber weiß, habe ich diesen Satz, der Teil eines der Stücke war, die ich bearbeitet habe, bei meiner Version gestrichen.
Die andere, vielleicht sogar etwas größere Hälfte meiner Stücke besteht aus Eigenkompositionen, die aber oft in Bezug auf Rhythmik, Instrumentierung und andere Charakteristika westafrikanische Elemente enthalten.
Eins unser Stücke mit finnischem Text, welches auf der nächsten CD erscheinen wird, handelt von der Kraft der Elemente und nimmt Bezug auf die beiden großen Tsunamis, die sich in den letzten Jahren ereigneten.
„Talven Syli“, das finnische Stück auf meinem letzten Album, singt von der Weite und Stille des skandinavischen Winters und der inneren Transformation, die dieser mit sich bringt.
Für eins meiner Lieder habe ich selbst einen Text auf Soussou geschrieben, für ein anderes auf Maninka, wobei es mir gar nicht darum ging, lyrische Kunstwerke zu erschaffen - das wäre mir auch mit meinem sehr begrenzten Wortschatz gar nicht möglich. Beide Stücke sind verschiedenen Menschen aus Guinea gewidmet und durch das Singen der Sprache, die sie selbst sprechen, fühle ich mich ganz anders mit ihnen verbunden. „I siga fe minde“ handelt von der bemerkenswerten Würde und strahlenden Lebensfreude der Menschen, die unter häufig harten Lebensbedingungen in einem Stadtteil Conakrys lebten, in dem ich 1994/95 längere Zeit gelebt hatte.
Beim Singen auf Soussou oder Maninka erinnere ich mich auch daran, welch eine Offenheit und Herzlichkeit mir immer wieder entgegen kam, sobald ich nur ein Wort auf der jeweiligen Sprache sagen konnte. Es bedeutet den Menschen dort wirklich viel, wenn ein Weißer sich bemüht, eine Sprache zu sprechen, die damals von den Kolonialherren als wertlos betrachtet wurde.
Der Inhalt der traditionellen Texte steht für mich nicht im Vordergrund, sie handeln von verschiedenen Themen oder Geschichten, oft sind es Lebensweisheiten, wie beim Stück „Kaira“, was übersetzt „Frieden“ bedeutet. Darin heisst es beispielsweise in einem Satz übersetzt „Alles geschieht zu seiner Zeit“. Für mich haben diese Sprachen etwas musikalisches und unverbrauchtes und dadurch transportiert der Klang der Worte einen Inhalt, eine Atmosphäre, die jenseits der Übersetzung liegt. Auch singe ich gerade deshalb so gerne darauf, weil ich selbst, so wie die Zuhörer, nicht abgelenkt vom mentalen Umsetzen der Bedeutungen der Worte bin. Dadurch kann die Musik leichter unter der Oberfläche, mehr ganzheitlich und mit allen Sinnen, erlebt werden.
Zum Schluss: Wie sehen Ihre Pläne für das laufende Jahr aus?
Kercher: Die Planung der Konzerttermine in diesem Jahr wird demnächst fertig sein. Fest stehen die nächsten Konzerte am 10.02. in Köln (Benefiz Konzert Lutherkirche), 11.02. in Kassel und am 17.03. im staatlichen Völkerkundemuseum in München. Aber auch in Berlin wird es Ende des Jahres wieder ein Konzert geben und im Sommer planen wir einige Veranstaltungen in Schweden und Finnland. Zudem sind wir gerade in Gesprächen für Konzerte in Erfurt, Chemnitz, Leipzig, Eisenach und Hamburg.
Da ich bald eine neue CD einspielen möchte, werden wir in diesem Jahr etwas weniger unterwegs sein, um die Zeit für die Studioarbeit freizuhalten. Genaueres kann stets auf meiner Homepage http://www.nilskercher.com gefunden werden.
Von Lothar A. Heinrich
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Quartet with Nils Kercher offered extra ordinary concert in Sulingen
[+ Show ]
Sulingen - Eine Empfehlung aus dem Kreis des Kulturvereins-Vorstandes und der exzellente Eindruck ei...Sulingen - Eine Empfehlung aus dem Kreis des Kulturvereins-Vorstandes und der exzellente Eindruck eines im Internet veröffentlichten Live-Mitschnitts waren für „Kulturchef“ Othmar Lemke-Kurscheidt ausschlaggebend für die Verpflichtung des Ausnahmemusikers Nils Kercher und seiner Band.
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Das Quartett mit Nils Kercher bot ein außergewöhnliches Konzert in Sulingen.
Die Fangemeinde für „Weltmusik“ ist relativ überschaubar, dennoch ließen sich am Mittwochabend rund 100 Kulturinteressierte auf ein Konzert dieser Musikrichtung ein. Die Sulinger Kirche St. Nicolai, traditionell Veranstaltungsort zwischen den Jahren, bot hierfür ein adäquates Ambiente.
Nils Kercher (Kora, Djembe) wurde begleitet von seiner finnischen Partnerin Kira Kaipainen (Vocals, Percussion, Dance, Bolong, Balafon), mit der er seit 1998 regelmäßig auf Tour ist, sowie von Sue Schlotte (Vocals, Violoncello) und Samuli Majamäkidus (Basstrommeln, Rahmentrommeln, Gesang, Woodblocks), letzterer eigens für das Konzert in Sulingen „eingeflogen“ aus Finnland.
Das leise Gemurmel der Zuhörer vor Beginn gab den Auftakt für ein Konzert, das von dem Spannungsfeld dynamischer und kraftvoller Trommelrhythmen und zerreißender Stille lebte. Das musikalische Spektrum reichte von Eigenkompositionen bis hin zu traditionellen westafrikanischen Weisen, die die Musiker mit eigenem „feeling“ interpretierten. Thematisch verwurzelt sind die Texte in der Philosophie, dass der Frieden in der Welt auch den Einklang mit der Natur und mit sich selbst voraussetzt.
Nils Kercher, der in den Menschen auf den Straßen Guineas sowie in international renommierten afrikanischen Musikern seine Vorbilder hat, tritt damit im musikalischen, aber auch im philosophischen-meditativen Sinne das Erbe seiner Meister an. Scheinbar der Welt entrückt begann Kercher das erste Stück mit leisen Koratönen. Die afrikanische Stegharfe – ein kuhfellbespannter Kalebassenkorpus mit 21 diatonisch gestimmten Saiten an einem Hartholz-Hals – spielte nicht nur optisch eine zentrale Rolle. Afrikanische Djemben, gewischt, getitscht und geschlagen, diverse afrikanische Percussion-Instrumente, denen die Musiker asynchrone Rhythmusfolgen entlockten, sowie das Cello, das als Streich-, aber auch als Schlag- und Zupfinstrument zum Einsatz kam, waren die Basis des differenzierten Klangbilds. Bei einigen Stücken war auch das Publikum gefragt. Für „Sacred forest“, einem dem westafrikanischen Urwald gewidmeten Lied, baten die vier Bühnenkünstler „zehn mutige Männer“ nach vorn, die den voluminösen Klang der Instrumente mit Lautmalereien ergänzten. Das Quartett verabschiedete sich im offiziellen Konzertteil, dem drei Zugaben folgten, mit einem traditionellen Lied aus Westafrika: „Wir wollen unsere Wurzeln nicht vergessen, auch wenn wir weit weg von zu Hause sind. Jeder sucht seinen Platz in der Welt – vielleicht sind wir schon da“, brachte Kira Kaipainen die Botschaft auf den Punkt. · mks