Jesper Munk
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Jesper Munk

Munich, Bavaria, Germany | Established. Jan 01, 2013 | INDIE

Munich, Bavaria, Germany | INDIE
Established on Jan, 2013
Band Blues

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Music

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Als Jesper Munk vor ein paar Monaten im Vorprogramm von Eric Burdon auf der Bühne der Hamburger Fabrik stand, verblüffte der erst 21 Jahre alte Sänger und Gitarrist mit markiger Blues-Stimme und beeindruckendem Gitarrespiel. - Reeperbahnfestival


Auf der Straße sei sie auf ihn aufmerksam geworden, sagt die Frau, die ihn verkaufen will. Auf bunt gemustertem Teppich und gepolsterten Stühlen, in einem Hotel am Anfang der Reeperbahn, haben sich Einkäufer und Manager zusammengefunden, um die deutsche Qualitätswaren kennenzulernen. Ein Video wird eingespielt, Musik, ein Steckbrief an die Wand geworfen. Das Produkt: Jesper Munk, ein Musiker aus München. Die Frau: seine Managerin. Sie wünscht ihm eine internationale Karriere. Deshalb ist sie heute hier. Wunderkinder heißt dieses Handelsspektakel der besonderen Art. Kein Wein, kein neues Smartphone soll hier heute vorgestellt werden, sondern deutsche Musiker. Musik ist Kunst, ist Kreativität. Musik ist aber auch Kommerz, ein Handelsgut. Genau wie ein portugiesischer Winzer seinen Rotwein im Ausland vermarktet, funktioniert das hier mit der Musik. Wichtige Akteure dabei sind die sogenannten Exportbüros. Viele Länder besitzen eines, die Veranstaltung Wunderkinder wird von den Verantwortlichen des Reeperbahnfestivals und der "Initiative Musik" organisiert. Sie ist das deutsche Pendant zu ausländischen Exportbüros. Die Büros sollen nationale Künstler international bekannt machen. Die Frau, die Jesper Munk anpreist, ist seine Managerin. Am heutigen Tag soll sie dafür sorgen, dass das Ausland sich für Munk interessiert. Dass er auf ausländische Festivals eingeladen wird.

Zum Reeperbahnfestival reisen Manager, Mitarbeiter von Exportbüros, aus der ganzen Welt. Die meisten kommen aus Europa, sie bieten "Matchmaking Sessions" an oder "Showcases". Es sind blumige Umschreibungen für ganz banale Geschäftsabläufe: Bei Häppchen und Getränken spielen Künstler kleine Konzerte, internationale Musikentscheider hören ihnen zu. Am Ende wird viel geredet und noch mehr getrunken. Im besten Fall schließt man dabei Deals ab. Deals, das können Touren im Ausland sein, Angebote auf Festivals zu spielen oder ein Label im Ausland zu finden. Das heutige Treffen dient dazu, die "Matchmaking Sessions" und die "Showcases" anzupreisen; potenzielle Kunden heiß zu machen auf die Auftritte der Wunderkinder, die in den nächsten Tagen auf dem Reeperbahnfestival stattfinden sollen. Schaut her, wen ich hier habe, noch heute Abend spielt er auf der Konzertbühne! Der könnte doch was für euch sein!
Bei Wunderkinder sind es die Deutschen, die ihre Künstler anpreisen, die nächsten Tage werden es die Dänen sein oder die Italiener. Danish Night heißt das dann, Italian Aperitivo. Oder Meet the Great Brits.
Die Devise dabei: Je kleiner ein Land , desto notwendiger ist ein Exportbüro. Ziele, Arbeitsweise und finanzielle Mittel unterscheiden sich dabei erheblich. - Spiegel Online


Blonder Strubbelkopf, blaue Augen, muskulöse Oberarme im Tanktop: Jesper Munk könnte leicht als Justin-Bieber-Double durchgehen. Doch der Münchner hat den Blues - und geht im Herbst auf Tournee. Ein Soundcheck vor einem Konzert ist ja ungefähr so spannend wie die Wartung eines Rasenmähers: technisch notwendig, aber künstlerisch eher unergiebig. Normalerweise. Aber was heißt schon normal bei dem jungen Münchner Songwriter Jesper Munk.

Seine außergewöhnliche Stimme jedenfalls ist es nicht: tief und kraftvoll, mit verführerischem Timbre und manchmal einem rotzfrechen Kiekser im Abgang. Und so braucht er bloß, wie kürzlich beim Open-Air-Festival einer Münchner Blues-Bar, seinen Song "The Everlasting Good" anzustimmen, schon hat er das Publikum gepackt.

Köpfe wippen, Füße zappeln, auf manchem Arm kräuselt sich Gänsehaut. An den Außentemperaturen kann es nicht liegen, es ist einer dieser schwülheißen Hochsommertage, an denen der amerikanische Süden, Ursprung von Blues und Soul, ganz nah scheint, klimatisch und auch sonst.

Dann begeisterter Jubel. "Vielen Dank", sagt Jesper Munk, "das war aber erst der Soundcheck."

Jesper versus Justin

Der 21-Jährige macht nur den Mund auf, wimmert, haucht, röhrt – und seine Zuhörer sind hin und weg. Mit seinem gerade erschienenen und hochgelobten Debütalbum "For In My Way It Lies" wird er bereits als eines der vielversprechendsten Talente der hiesigen Musikszene gehandelt. Als ein Shootingstar, der das Zeug dazu hat, ein ganz Großer zu werden.

Im Herbst geht der Münchner auf Tour, ist in Wien, Berlin, Hamburg zu hören, und in der Show des von ihm verehrten Harald Schmidt. "Das ist für mich ein absolutes Highlight."

Vor ein paar Wochen hatte der Munk einen Auftritt im ZDF, der Sender preist ihn als "Deutschlands gehypter Blues-Act", die "Bravo" als "einzigartige Neuentdeckung", inklusive Geheimtipp: "Diesen Namen sollte man sich merken!"

Was bemerkenswert ist. Denn erstens sind ja die Leser der Jugendzeitschrift weder akut alzheimergefährdet, noch passt – zweitens – die Musik von Jesper Munk so recht ins Staraufgebot der Bravo mit dem, zum Beispiel, dümmlich bleckenden Justin Bieber als Posterboy.

Und Justin Bieber finde er ziemlich schrecklich, hat Jesper Munk verraten.

Dabei wirkt auch Munk – blonder Strubbelkopf, blaue Augen, muskulöse Oberarme in weißem Tanktop – wie perfekt gecastet. Von wegen.

Blues-Legenden statt iPod-Shuffle

Nach seinen musikalischen Idolen gefragt, fummelt er etwas aus der Hosentasche. "Hier", sagt er, "schauen Sie mal." Ein altes iPhone. Aha. Na und? "Das habe ich grad erst von einem Kumpel bekommen – mein erster MP3-Player seit fünf Jahren!" Das ist nun tatsächlich erstaunlich. "Irgendwann", erzählt der junge Musiker, "hatte ich keinen Bock mehr darauf."

Als plötzlich alle mit prall gefüllten Medienbibliotheken rumliefen, voll mit 20.000 Songs. Von denen sie auf dem Weg zur Schule höchstens zehn abspielten. "Aber sie hörten nie richtig hin und kannten kaum die Interpreten, plötzlich ging alles nur über Shuffle."

Und seine eigene Playlist? "Hab ich nicht." Er hört komplette Alben auf dem Handy, Tom Waits, Lee Moses, wegen dessen "wahnsinnig intensiver Soul-Stimme", The Black Keys – "Dan Auerbach ist ein toller Songwriter" – Taj Mahal ("ganz geile Band"), Jack White ("ein Genie").

Der 21-Jährige hat sich in den letzten Jahren im Plattenladen tief durch die Musikgeschichte gegraben. Und beglückt den Blues der 30er und 40er entdeckt. Charley Patton, Sonny Boy Williamson, Reverend Gary Davis.

"Das sind so rohe und direkte Songs, die allein durch ihre Intensität soviel aussagen", schwärmt er. Und natürlich: die Stones. "Das sind tolle Momente, wenn man Sweet Virginia auflegt und sich einfach nur freut, dass es so gute Musik gibt."

Warum sich Schuleschwänzen lohnt

Dieser erlesene Geschmack liegt bei Munk, dessen Mutter Dänin ist, offenbar in den Genen: Sein Vater Rainer Germann, ist Bassist bei "Cat Sun Flower". Musik spielte zuhause stets eine große Rolle.

"Mein Vater hat manchmal bei uns im Wohnzimmer eine Party geschmissen und immer aufgelegt", erzählt der Songwriter. Und bei jeder Autofahrt in den Urlaub hieß es: "Hör mal hin, Jesper, das sind die Stones, oder: Das ist mein Lieblingssong von den Beatles."

Zusammen mit seinem Vater hat Jesper Munk sein Debütalbum produziert, bei Live-Auftritten unterstützt der seinen Sohn am Bass. Mit dabei ist Schlagzeuger Clemens Graf Finck von Finckenstein, mit dem Jesper seit Schultagen auch in der Bluesrock-Band "Lila's Riot" spielt.

Vor allem aber ist da diese markante Stimme. Ein Zufallsfund. Es muss ein denkwürdiger Tag gewesen sein, damals vor etwa fünf Jahren, ein Freitag, das weiß Jesper noch ganz genau.

"Wir haben geschwänzt, sind zu fünft zu einer Freundin, die sturmfrei hatte und haben einen Track von Amy Winehouse gejammt." Alle wurden lauter und lauter, und Munk – "ich hatte so eine klare Chorstimme" – zieht mit. "Plötzlich hat meine Stimme einen Sprung gemacht und klang auf einmal total dreckig."

Auf der Straße entdeckt

Mit diesem Organ, das jeden aufhorchen lässt, geht er samt Gitarre auf die Straße, spielt jahrelang zwischen Gärtnerplatz und Viktualienmarkt. Verdient nicht schlecht dabei, gut 100 Euro in zwei Stunden. Genug für Zigaretten, Bier – und ab an die Isar.

Manchmal macht er das immer noch. Auf der Straße wird er auch entdeckt, von Musikredakteuren des Bayerischen Rundfunks.

Auch wenn die Bühnen immer größer werden – er versuche, sie zum Wohnzimmer zu machen, sagt er. "Sobald es intim wird, wird es auch roh und ehrlich."

Seine Songs komponiert und textet er selbst. "Hungry for Love" beispielsweise, sein Lieblingssong auf der CD, hat er geschrieben, "als ich mich in meine Freundin verliebt habe".

Der Albumtitel "For In My It Lies" ist geborgt, von Shakespeare, Macbeth. Ein verspäteter Musenkuss aus dem Englischunterricht am Münchner Luisengymnasium. Im vorigen Sommer hat er dort "mit Ach und Krach" das Abitur bestanden. "Das Stück sollten wir lesen, sagte der Englischlehrer, hab ich aber nicht gemacht."

Ein Sänger, der sich für Autogrammanfragen bedankt

Erst später, in der Nachbesprechung, berührt ihn die Zeile. "Ich fand das ganz passend für meine jetzige Lebensphase, in der man schauen muss, dass man seine Ziele cool hinbekommt." Trotz der Hindernisse, die man sich oft selbst stelle.

Es geht um die Suche nach dem eigenen Weg. Macbeth will König werden. Jesper Munk will Musiker werden. "Es läuft grad ziemlich gut", sagt er. Nicht prahlend, eher nebenbei, fast leise.

Wenn er Autogramme schreibt, bedankt er sich. Dabei recht er kurz mit den Fingern durchs Haar, das macht er manchmal. Es erinnert an James Dean. Vielleicht ist's eine Marotte, vielleicht Verlegenheit, wer weiß.

Das nächste Konzert von Jesper Munk: 22. August (19 Uhr) beim Theatron-Musiksommer im Münchner Olympiapark. - Welt.de


Discography

14.06.2013 - "For in my way it lies" Album
24.05.2013 - "Hungry for Love" Vinyl Single

Photos

Bio

Jesper Munk: Born in Munich 1992, danish mother Helle Munk (fashion business) and father Rainer Germann (musician & editor), started playing guitar at the age of 15, joined his first band lila's riot in 2010, began his solo career after exam at Luisengynasium in 2012, first album recordings summer 2012. Inspired by Blind Willie Johnson, Junior Wells, Johnny Cash, Willie Nelson, Tom Waits, Jack White, Dan Auerbach (Black Keys), John Spencer Blues Explosion, Etta James, Ella Fitzgerald, Clint Eastwood, Al Green.
The difference between Jesper´s look and his voice - and of course young guys loving the Blues.

Band Members