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Music

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"Immer offen für neue Ideen / Open-minded for new ideas"

Link: www.goethe.de/ins/iq/lp/kue/mus/de3257025.htm

2007 erhielt das irakisch-deutsche Ensemble Ahoar (Marschland) den Weltmusikpreis Creole. Der Gründer der Gruppe, der Pianist Saad Thamir aus Bagdad, lebt seit 1997 in Bonn und unterrichtet arabische Musik. Martina Sabra hat ihn besucht.

Als Saad Thamir im Jahr 2002 seine ersten Konzerte in Deutschland gab, prophezeiten Fachleute dem jungen Pianisten und Perkussionisten aus Bagdad eine glänzende Zukunft. Und tatsächlich: Saad Thamir hat die Erwartungen seiner Fans nicht enttäuscht. Binnen weniger Jahre ist es dem in Bonn lebenden irakischen Allroundmusiker gelungen, sich als Solist und mit seinen verschiedenen Ensembles einen festen Platz in der deutschen Musikszene zu erobern. Geboren wurde Saad Thamir 1972 in Bagdad. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums in den Fächern Klavier und Komposition an der Bagdader Musikhochschule unterrichtete er zunächst am irakischen Konservatorium und später in Jordaniens Hauptstadt Amman.

Innovation und musikalische Hingabe

Saad Thamir ist Gründer und Leiter der Ensembles Lagash und Sidare, wobei Lagash auf anspruchsvolle euroirakische Fusion, Sidare auf traditionelle irakische Musik spezialisiert ist.
Saad Thamirs erfolgreichste Gründung ist bislang die Gruppe Ahoar. Im Frühjahr 2007 wurde das Ensemble, dem neben Saad Thamir und dem irakischen Kniegeigenspieler Basem Hawar auch ein belgischer Jazzpianist sowie der deutsche Kontrabassist Dietmar Fuhr angehören, mit dem Weltmusikpreis Creole ausgezeichnet. Die Jury begründete ihre Entscheidung so: "Der Verbindung von westlichem Jazz und der Musik des Irak, der Erschaffung einer neuen Sprache, den mit großer Hingabe spielenden Musikern in ihrer bewegenden Performance zollen wir Respekt."

Technische Perfektion und emotionale Kraft

Ein Musikjournalist schwärmte anlässlich des Weltmusikpreises: „Rein musikalisch-technisch war Ahoar eine der perfektesten Gruppen aller Bewerber, und zwar bei ihren Aufnahmen ebenso wie live; gleichzeitig aber auch eine der emotionalsten: expressive Musik, die Zuhörer zum Weinen bringt“. Im Herbst 2007 erschien die erste CD von Ahoar auf dem Markt: Between Rivers – das erste Album von Saad Thamir, das er nicht selbst verkaufen muss, sondern das auf dem Markt erhältlich ist.

Uraltes Marschland – Wiederaufbau nach der Diktatur

Ahoar – so heißt das Sumpfland (Al-Ahwar) im südlichen Irak, wo Euphrat und Tigris ein Delta bilden. Eine einzigartige Kulturlandschaft, die der Diktator Saddam Hussein trockenlegen ließ, um den rebellischen Bewohnern die Lebensgrundlagen zu entziehen. Heute wird die Region, auch „Marschen“ genannt, aufwändig renaturiert. So wie im Delta von Euphrat und Tigris fruchtbarer Boden entsteht, so produziert das Ahoar-Ensemble aus dem Zusammenfluss klassischer irakischer Maqam-Musik und westlichem Jazz ungewohnte, aber majestätisch schöne Klanglandschaften, die die Zuhörer in ihren Bann ziehen.

Was zählt, ist Qualität

„Die klassische irakische Maqam-Musik ist eine uralte überlieferte Gesangsform, deren fest gefügte Strukturen sich in den letzten Jahrhunderten kaum verändert haben“, erklärt Saad Thamir. „Maqam ist die Kunst der Melodie, die sich aus einer Folge diverser festgelegter Tonfolgen zusammensetzt. In ihrer ursprünglichen Form gibt es keine Harmonien; sie erhält ihren Glanz allein durch die Versiertheit des Sängers und der Instrumentalisten.“
Neben den Auftritten mit seinen verschiedenen Ensembles ist Saad Thamir auch offen für neue Ideen; unter anderem begleitet er eine Märchenerzählerin musikalisch. Thamir freut sich, dass seine Musik immer mehr Zulauf findet. Er glaubt allerdings nicht, dass die Menschen seine Musik mögen, weil sie exotisch ist. „Was letztlich zählt, ist Qualität“, sagt der Musiker selbstbewusst. „Meine ersten beiden Ensembles waren auch arabisch-europäisch gemixt, aber sie waren einfach nicht so gut. Die Qualität macht den Unterschied, unabhängig von der Herkunft der Musik.“

Treffpunkt Gemüseladen

Dank des Erfolges kann Saad Thamir zunehmend auch beruflich das tun, was ihm am besten liegt: Musik machen. In den ersten Jahren in Deutschland arbeitete er mehrmals pro Woche in einem Gemüseladen, weil das Geld nicht reichte: „Von den gelegentlichen Konzerten allein konnten wir mit zwei Kindern nicht leben.“ Der Job hatte zwar wenig mit Musik zu tun, aber durchaus sein Gutes: „Ohne den Gemüseladen hätte ich unseren Kontrabassisten Dietmar wahrscheinlich nie kennengelernt. Wir trafen uns eines Tages zufällig auf dem Bürgersteig vor dem Laden, als ich gerade eine Zigarette rauchte. Ich sah Noten in seinem Auto und sprach ihn an. Kurze Zeit später waren wir Kollegen!“

Arabische Musikschule in Köln

Mittlerweile unterrichtet Saad Thamir auch. An der Rochus-Musikschule in Köln hat er eine arabische Abteilung gegründet, wo er arabische Musiktheorie, Perkussion und Gesang unterrichtet. Außerdem hat Thamir ein wiederkehrendes irakisches Musikfestival gegründet: Na - Goethe-Institut Irak


Discography

"New Iraqi Maqam" (working title) - Heaven and Earth (release autumn 2009)

Photos

Bio

Lagash – the four-piece ensemble around the two Iraqi musicians Saad Thamir and Bassem Hawar creates a new dimension in oriental worlds of sound. The chamber music instrumentation with soloistic djoze (Iraqi viola da gamba), percussion, clarinet and piano produces a contemporary form of classic Arabic music. On the basis of traditional Iraqi maqam music, Lagash fascinates with captivating sounds, alluring melodies and surprising harmonies.

Based on musical scales and modal structures (fixed tetrachords), classic maqam music consists of fixed successions of individual musical sequences which express certain feelings. Saad Thamir connects individual maqam parts in a new style in his compositions, expanding the musical scales of the maqamat (pl.) and thus enhancing forms which have been firmly established for centuries. The principle of harmonisation is also included in classic Arabic music. The instrumental accompanying voices are thus on an equal footing with the melodic, rhythmic virtuosity of the vocals. Comparable with European musical traditions from baroque to jazz, there are also composed and improvised components in the songs of Lagash.

Saad Tamir and Bassem Hawar come from Iraq where they worked as lecturers teaching the subjects of composition, piano and violin at the Baghdad Institute of Fine Arts. In exile they teamed up with two musicians with a European tradition, the clarinettist Christina Fuchs and the German-Indian pianist Jarry Singla to create a contemporary interpretation of the forms of classic Iraqi maqam music. While the name of their ensemble Lagash refers to the South Mesopotamian town of the same name and therefore to more than 5000 years of Sumerian culture, the art of maqam has become almost entirely lost in Iraq today on account of the difficult socio-economic conditions.

THE MUSICIANS
Saad Thamir – voice, percussion (darbouka, daf, riq)
born in Baghdad, Iraq. Degree in musicology and piano from Baghdad University. Teacher of music history and piano at the Baghdad Institute of Fine Arts. Resident in Germany since 2000. Numerous performances throughout Europe and the Arab world with diverse ensembles. 1998 recipient of the Dutch composition prize "New Colors for Piano"

Bassem Hawar – djoze (Iraqi knee violin)
born in Baghdad, Iraq. Studies in classical Arabic music and djoze at the Baghdad Conservatory followed by a degree in musicology and violin from Baghdad University. Teacher of violin and djoze at the Baghdad conservatory. Resident in Germany since 2000. Numerous performances and recordings throughout Europe and the Arab world.

Christina Fuchs – clarinet, bass clarinet
born in Cologne. Studied Jazz saxophone at the Cologne University for Music and took additional classes with Maria Schneider and Jim McNeely. Over the past ten years she particularly made her mark as leader and composer of the United Women’s Orchestra. Received international scholarships and awards: Julius Hemphill Composition Award, Jazz-art etc.

Jarry Singla – piano
born close to Bonn/Germany. Sponsored by scholarships of the Friedrich-Ebert-Foundation and the “Banff Centre for the Arts”, the German-Indian pianist and composer studied in Cologne, New York and Canada under John Taylor and Richard Beirach, amongst others. Since 1990 he has worked with artists such as John Schröder, Hayden Chisholm, Jochen Rückert, Ratzo B.Harris, Sonny Fortune and Celine Rudolph, and in film/music/theatre projects in Germany, Spain, Switzerland and New York. During his three-year stay in Mexico Jarry Singla performed in various internationally-cast festivals.
In 2004, he performed his current solo programme for (manipulated) piano within a double concert with the New York pianist Marc Copland. In 2005, his composition “Fitozou” for the “Kölner Orchester Gesellschaft” premiered in Cologne. Together with Mariana Sadovska & Borderland, he won he “creole NRW” award in 2006.