Slut
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Leipzig, Saxony, Germany | INDIE

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Band Rock Alternative

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Music

Press


Auf »Alienation« klingen Slut einmal mehr vollkommen ortlos, wenn auch ein Nachhall aus dem oberbayrischen Weilheim-Kosmos um den Notwist-Zirkel durchaus noch vernehmbar ist.

Woher kommen Slut eigentlich? Klar, aus Ingolstadt, und sie vertraten 2005 bei Raabs »Bundesvision Song Contest« Bayern. Aber das ist bloß Geografie. Auf »Alienation« klingt die Band einmal mehr vollkommen ortlos, wenn auch ein Nachhall aus dem oberbayrischen Weilheim-Kosmos um den Notwist-Zirkel durchaus noch vernehmbar ist. Ist das negativ? Nein, keineswegs. Im Gegenteil, Slut spielen mit ihrem nunmehr achten Full-Length-Album, ohne Übertreibung, in derselben Liga wie Radiohead, Placebo und wie sie alle heißen mögen – bloß dass es außerhalb von Zentralkontinentaleuropa vermutlich wieder kaum einer merken wird. »Alienation« ist ein gewaltiges, ein großes Album. Die Produktion, für die gleich fünf Studiotüftler verantwortlich zeichnen – darunter Tobias Levin –, ist ziemlich ausgefeilt: Der molldunkle Indie-Gitarren-Sound wird immer wieder aufgehellt durch kleine Finessen, elektronische Spielereien, dezente Klangfarbentupfer; die Schwere der Akkorde und Melodien lockert sich durch vertrackte, Breakbeat-artige Rhythmen. Songs wie »Anyone Have A Roadmap?«, »Next Big Thing«, »Deadlock« und »Idiot Dancers« gehören mit zu den besten im gesamten Slut-Oeuvre. Herzschlagfrequenz-erhöhend schön! Wohin gehen Slut eigentlich? - Intro


Eine Band. Ein Album. Fünf Produzenten. Was soll das bringen? Slut sind ja kein Chart-Act, sondern eine der raren englischsprachigen Indierockbands aus Deutschland, die sich im Laufe der Jahrzehnte eine künstlerisch und kommerziell ernstzunehmende Karriere aufbauen konnten. Es wird den Ingolstädtern also kaum darum gegangen sein, durch breite Streuung das Hit- und Zeitgeistpotenzial zu maximieren. In der Begleitinfo verlautbart die Band, die Songs hätten »unterschiedliche Perspektiven« und eine »heterogene Herangehensweise« erfordert. Deshalb betraute man Tobias Levin, Olaf O.P.A.L., Mario Thaler und Oliver Zülch mit jeweils zwei Songs, die restlichen vier gingen an Tobias Siebert. Mit allen Produzenten hatte man in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet.
Diese Ausgangslage lässt sich vorzüglich dazu missbrauchen, sich an zweierlei Fragestellungen abzuarbeiten: 1. Wozu braucht eine fünfköpfige Band überhaupt einen Produzenten – sind da nicht schon genügend kreative Köpfe am Start? 2. Welcher Produzent ist am Ende der derbste?
Zu Punkt 1: Produzenten werden für gemeinhin dann ins Boot geholt, wenn die Band a) ihren shit aus Gründen der Sozialkompetenz nicht allein zusammenkriegt und deshalb einen Mediator, Leitwolf oder eine Domina benötigt oder b) der Meinung ist, dass es das eigene Material noch nicht so richtig bringt, Input von außen die Sache also kreativ aufpimpen würde. Nun aber folgende Erkenntnis: Alienation ist ein gutes bis sehr gutes Album, weil Slut eine gute bis sehr gute Band sind. Was direkt zur Beantwortung der zweiten Frage führt: Oliver Zülch, ausgerechnet der Mainstream-Typ (Ärzte, Sportfreunde Stiller) in der illustren Riege! Unter seinen Fittichen klingen Slut wie die bestmögliche Version ihrer selbst. Zülch begibt sich, ähnlich wie sonst Moses Schneider, in die Rolle eines Engineers, der die Band dazu bringt, aus sich selbst heraus gut zu klingen, Opulenz also mit angestammten Mitteln zu erzeugen. Vielleicht handelt es sich bei dem bedrohlich dengelnden »Next Big Thing« und dem supermilden Chanson »All Show« auch einfach nur um die besten Kompositionen. Das wäre aber großer Zufall.
Die anderen Jungs haben die Chance ergriffen und die Slut-Songs mit ihrem persönlichen Imprint versehen. War wohl ihr Auftrag, kann man ihnen keinen Strick draus drehen. Und auf weiter Strecke zündet das Amalgam ja auch. Dennoch bleiben Fragen: Wie klänge zum Beispiel »Anybody Have A Roadmap?« ohne das Klicker-Klacker und die Tribal-Trommeln? Würde »Broke My Backbone« auch ohne Jungle-Groove und Mr.-Oizo-Bass auskommen? Und würde »Remote Controlled« ohne den Billo-Drummie vielleicht nicht ganz so sehr nach 80er-Revival schmecken?
Schon klar: Im musikalischen Jetzt und Hier können Musiker und Produzenten aller Genres theoretisch auf das gleiche Produktionsmittelarsenal zurückgreifen. Womit sich Genres (außer die ganz, ganz speziellen) auch schon wieder erübrigt haben. Nichts scheint da uncooler als Linientreue. Dennoch soll dieser Text mit einem vermeintlich mega-reaktionären Fazit beendet werden, das gerade für Slut seine Gültigkeit nicht verloren hat: Eine gute Indierockband ist eine gute Indierockband ist eine gute Indierockband. - Spex


Discography

1996
»For Exercise And Amusement«
Sticksister Records
1997
»Sensation EP«
Sticksister Records
1998
»Interference«
Sticksister Records
2001
»Lookbook«
Virgin Records
2002
»Teardrops EP«
2003
»Nothing Will Go Wrong«
Virgin Records
2004
»Ready, Slut , Go!« EP
Split mit Readymade
2005
»All We Need Is Silence«
Virgin Records
2006
»Die Dreigroschenoper«
Virgin Records
2008
»StillNo1«
Virgin Records
2010
»Corpus Delicti« with Juli Zeh
Strangeways & Schoeffling
2013
»Alienation«
Cargo Records

Photos

Feeling a bit camera shy

Bio

1993
The SLUT-predecessor ABOVE, AHEAD, AWAY is formed in
Ingolstadt
1994
The Neuburger/Neuburger/Rosenacker/Schaller quartet
forms SLUT. First show at the legendary Culture Club in
Ingolstadt. The band sell their first cassette demo at shows.
1995
SLUT enters the Weilheim orbit around Mario Thaler.
The band record their first EP at Uphon-Studio in Weilheim.
1996
The debut For Exercise And Amusement released on Sticksister
Records, a sub label of Stickman, the MOTORPSYCHO
Label. Produced by Mario Thaler. First Germany tour. We
find out that weve recorded keyboards on the album and
have no idea who should play them live. We recruit Ren
Arbeithuber who already plays with the SLUT brotherband
PELZIG. He will become a full time band member soon after.
Support tour with LOCUST FUDGE (SHARON STONED/HIP
YOUNG THINGS). Krite and Schneider introduce us to the
rock biz in style. Move to Schloss Westerhofen within our
house practice room and the sound engineers Holger Krzywons studio. Recording of second album Interference that
sound a lot poppier than its predecessor.
1998
More touring in Germany, Austria, Switzerland, Norway and
Sweden.
1999
We decide to go full time as a band after the major label
Virgin shows serious interest regarding our music.
2000
We sign the deal with Virgin.
Soundtrack for the movie Crazy by Hans Christian Schmid.
2001
Lookbook.
A full blooded concept record.
Almost six months production time in Weilheim.
We play every major festival and tour all over Europe.
At the tour we score the support slot for ROBBIE WILLIAMS
in Munich and are literally engaged from out of our beds.
2003
Nothing Will Go Wrong.
After Lookbook its high time to paint the town red once
more. We remember our rock roots and sling our guitars
a little lower. Our song Easy To Love is one of our best
known tracks and will be part of the soundtrack to the German movie success Die fetten Jahre sind vorbei.
2005
We release All We Need Is Silence.
The Ingolstadt Theatre asks for a dance. We write new
music for Brecht and Weills Three Penny Opera (Dreigroschenoper).
We are part of the regular ensemble on stage
and play to sold out audiences on 21 nights.
2006
Three Penny Opera in Hamburg.
The theatres efforts pay off. We are working extensively to
realize the Three Penny Opera with Tobias Levin both in
Ingolstadt and in his Electric Avenue Studio in Hamburg.
The German feuilleton is very interested in our proceedings
as legal problems with the Kurt Weill Foundation in
New York result in the demolition of finished CDs. All that
remains is a five track EP called Songs aus Die Dreigroschenoper.
2008
StillNo1 is the last chapter of our engagement with Virgin
Germany. We tour extensively and play almost every festival
in Germany, Austria and Switzerland.
2009 / 2010
Corpus Delicti
As part of the literature workshop Lesemusikzimmer we
encounter German writer Juli Zeh. A one-time performance
at the renowned book fair in Leipzig turns into the multimedia-
based play and concert Corpus Delicti. With Juli Zeh
we tour through Germany and Austria. Our faithful companionand sound engineer Holger Krzywon is responsible for the stage production. The album is released via Strangeways Records and Schoeffling Verlag.
2013
Alienation, our seventh studio album,
is released via Cargo Records Germany.