September Leaves
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September Leaves

Karlsruhe, Baden-Württemberg, Germany | INDIE

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Band Pop Folk

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Music

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fast könnte man vor lauter staunen vergessen, dass es auf „friendship manifesto“ auch musik zu hören gibt. zu sehr ist man nämlich anfangs hingerissen von der wahnsinnig liebevollen gestaltung des ausklappbaren covers. stundenlang möchte man das brennende haus betrachten, aus dem sich ein rothaariges männlein in ein unten aufgespanntes sprungtuch rettet. außerdem mag ja noch der silberahorn-samen eingepflanzt werden, der dem promoschreiben mit dem hinweis „jetzt freundschaft säen“ beiliegt. so viel leidenschaft und herzblut findet man in den etwas anonymen download-zeiten leider nur noch selten.

dass sich die hingabe, die ins drumherum gesteckt wurde, auch auf den songs von „friendship manifesto“ fortsetzt, ist da umso schöner. hinter september leaves verbirgt sich das von ganz vielen freunden unterstützte solo-projekt des karlsruhers gerd m. böttler, der sich auf seinem aktuellen album ordentlich ins zeug legt und zehn herbstlich-melancholische stücke auf hohem niveau kredenzt. zwischen banjogeschwängerter roots-seligkeit („the night“), herzerwärmendem songwriter-pop („like a monarch“) und einigen anleihen an beirut („the race“) finden sich dann immer wieder songs wie „maple tree“ oder das ausladende „oh come you tender sleep“, die beide so sehr voller liebe sind, dass es einem beim hören schier die sprache verschlägt.

von der verpackung bis zum inhalt ist september leaves hier also ein rundum stimmiges und hörenswertes album gelungen. feine sache! - Rote Raupe


Vor wenigen Tagen las ich im Newsletter eines nicht eben unbekannten deutschen Online-Musikmagazins den durchaus mit stolzer Brust vorgetragenen Sermon, dass selbiges Magazin absichtlich an hohen Bewertungen spart, selten mal 9/10 Punkten, Sternchen, Spazierstöckchen oder was auch immer vergibt und sich in der Eitelkeit bestärkt fühlt, wenn manch Leser mutmaßt, dass die letzte 10/10 wohl vor der Geburtsstunde des Internets verliehen wurde. Ich für meinen Teil fände es extrem enervierend, wenn ich es lediglich mit durchschnittlicher bis guter Musik zu tun hätte – mehr noch, darüber sogar schreiben dürfte. Mal abgesehen vom Umstand, dass ein zumindest in der Theorie auf Ausgewogenheit abzielendes Urteil nicht einfach so auf eine dämliche Ziffer eingedampft werden sollte. Wenn es jedoch die Gepflogenheiten verlangten, würde ich für die Bewertung auch sämtliche Umstände in Betracht ziehen. Ein unter hohen Produktionskosten entstandenes Album eines etablierten, geachteten und verehrten Künstlers muss schlichtweg mehr leisten, als ich das von einer mit Herzblut in Eigenregie gezimmerten Platte eines Newcomers erwarte. Nicht zuletzt unter diesem Gesichtspunkt möchte ich heute zur Vorstellung anstehendes Werk mit einem Extraordinär bedenken.

Hinter dem wohlklingenden Namen September Leaves verbirgt sich der Singer-Songwriter Gerd Böttler, dessen Scheibe Friendship Manifesto jetzt Gegenstand kurzer Reflexion sein soll. Prinzipiell lässt sich in den letzten Jahren ein spürbarer Trend zu unpeinlich auf Englisch singenden, nicht nur mit Gitarre und Ergriffenheit ausgestattenen Talenten verzeichnen, von denen Get Well Soon (alias Konstantin Gropper) das bekannteste ist. Im – mit Verlaub – musikalischen Niemandsland Karlsruhe hat September Leaves einen eigenen Sound kultiviert, an dessen zarten Trieben sich mit der soeben vollzogenen Veröffentlichung die Augen vieler weiden können.

Die Platte wirkt mit viel Liebe zum Detail instrumentiert wie arrangiert. An Ode To Lethargy zum Beispiel wird von einem Brass Ensemble samt marschierenden Drums ausgefeilt, derart edel umgesetzt gelangt die ohnehin konsistente Beschaffenheit des Songwritings zu effektiver Entfaltung. Ein Track wie ihn auch Get Well Soon unter Beifallsbekundungen der Öffentlichkeit auf Vexations hätte präsentieren können. Dass ich Herrn Gropper abermals als Referenz bemühe, soll jedoch Böttler nie und nimmer zum Imitator downgraden. Speziell wenn September Leaves mit Grabesstimme von einem leichenzugähnlichen Chor unterstützt durch die Lieder schleicht, die morbide Szenerie pittoresk ausufert, wie im Song These Eyes erlauscht, offenbart sich seine große Veranlagung. Fast ebenso bemerkenswert das flottere Control oder Distance Is A Monster, letzteres mit gelungenem Kontrast zwischen den versichernden Worten “Everything is ok” und dem leicht verzagten Unterton. September Leaves verschnörkelt seinen Vortrag nicht, wahrt eine Contenance, welche nur in kleinen Gesten bröckelt. Dies allein wäre nicht beachtlich, wenn es nicht die von Böttler gewünschte Wirkung zeitigen würde. Er holt den Hörer nicht ab, nimmt ihn nicht an der Hand, sondern beeindruckt so sehr, dass der Musikliebhaber dem inneren Drang erliegt, den ersten Schritt auf dieses Werk zu tun. Darin entlarvt sich die Magie des Könners, wenn er den Adressaten auf Trab hält. Diese Leistung will ich ihm sogar auf vermeintlich schwächeren Liedern wie Like A Monarch attestieren, wobei besonders dieser Titel anfangs um seine Eigenständigkeit ringt. Rätselt man bei ersten Hördurchlauf noch, woher der Song seine Anleihen bezieht, wird diese Frage mit jedem Mal unwichtiger. Das nenne ich ein gutes Zeichen.

Wenn das zarte Lullaby Oh Come, You Tender Sleep das Album beschließt, darf man sich glücklich schätzen, ein über und über elegantes, von herbstzeitlosem Chic durchdrungenes Werk gehört zu haben. Ich möchte mein Herz nicht zu einem Kleinkrämerladen umfunktionieren und erbsenzählerisch Kleinigkeiten durch den Kakao ziehen. September Leaves vermag mit Friendship Manifesto ein umwerfendes Werk vorzulegen, dem ich nur die Bestnote verleihen will. Wem soviel Begeisterung suspekt erscheint oder ihr den unbestechlichen Blick abspricht, dem steht es frei, alle Jubeljahre die erwartbaren Sternstunden der Musik in ausgewählten Musik-Magazinen zu erleben.

Frienship Manifesto ist am 17.09. auf Petite:Unique erschienen. - Lie In The Sound


… im wahrsten Sinne des Wortes: Der September verschwindet in ein paar Stunden und hinterlässt uns in einem Laub- und September-Blätter-Meer. Diese Zweideutigkeit nutze ich heute doch glatt um mich ein paar Minuten dem Karlsruher Solo-Projekt um Gerd Böttler zu widmen.

Gern gebe ich mich der Assoziation hin, die uns der Bandname geradezu an den Kopf wirft: September Leaves... Bunte Blätter, die sich von den Bäumen lösen, sachte dem Boden entgegenschweben, vom Windhauch auf und abgetrieben. Eine melancholische Stimmung eines Herbsttages macht sich breit. Ich werde eingelullt von Tönen, in die ich mich einkuschele. Die beruhigende Stimme wiegt mich sachte in den Schlaf. Bitte nicht missverstehen, hier ist nichts einschläfernd. Ausgewogene Arrangements in Verbindung mit eingängigem Songwriting zeugen von ungeheurem Talent. Man mag kaum glauben, dass wir es hier mit einem Karlsruher Burschen zu tun haben.

Aus dem Album “Friendship Manifesto” bleibt mir besonders das Friedhofsgang begleitende “These Eyes” in Erinnerung. So merkwürdig die getragene Stimmung und die dahingehauchten in einer tiefen Trauer und Melancholie vorgetragenen Worte “Your Heart is beautiful, your eyes are shining bright, your love is wonderful…” auch erscheinen mögen, dieser Song hat mich endgültig davon überzeugt, die Platte in die Schublade zu packen, die ich oft wieder aufziehen werde. Und dies nicht nur um das großartige einfallsreiche Artwork zu bewundern (siehe bei Schallgrenzen). Nein, denn es sind viele kleine Perlen auf dem Album enthalten. Die geschätzen Kollegen von Lieinthesound haben es mal wieder auf den Punkt gebracht.
Auf einen Live-Gig am 25.10. in der Hamburger Astra Stube und einen akustisch vorgetragenen Song zur Einstimmung sei hier auch noch abschließend hingewiesen. - Klangmuster


Gerd Böttler aka September Leaves ist bekannt für seinen Hang zu extraordinären Verpackungen: Fand sich das Demo des Solisten noch in einem flauschigen Ahornblattumschlag wieder, so ist es nun ein Pappmännchen an einem Gummiband, das sich dem Hörer beim Aufklappen des Debütalbums "Friendship Manifesto" aus einem brennenden Fenster entgegen hangelt. So kreativ wie die äußere Erscheinung ist auch der Inhalt. "Friendship Manifesto" überzeugt durch schöne Arrangements und Spielfreude. Glockenspiele und diverse Bläser erweitern die Kompositionen aus Gitarre, Schlagzeug und Bass. Songs wie "Like A Monarch" oder "Distance Is A Monster" erinnern in ihrer bittersüßen Grundstimmung an bunte Ahornblätter und Rotwein in der Oktobersonne. Ein Manifest der Freundschaft, eine Ode an den Herbst. Schön!

Anspieltipps: Control, Like A Monarch, Maple Tree - Popconnection


Discography

Limited Felt-Mini-EP (2009)
Friendship Manifesto (2010)

Photos

Bio

September Leaves is a folkish indie pop project around the composer and songwriter Gerd M. Böttler. He is surrounded by Ilja Thamm, another fellow countryman, Sjoerd Ijedema, a calm Dutchman and Enzo Fragapane, a keen Italian. The three of them shape a band which constantly changes instruments as there are accordion, piano, mandoline, upright bass, cello, 60’s banjo, trumpet, french horn, transverse flute, piano, live-looping. In consequence you can expect a vivid and vibrant live performance.

Böttler was born and raised in an area in Central Europe known as Germany. His former home in the swabian countryside apart from urban disturbance was perfect for him to grow a distinctive sense of music. Already in the years of his childhood his parents gave him the possibility to take piano and trumpet lessons. He was not yet at the age of 10 when he founded a rockband with a bunch of friends. The mixture of playing in the local brass band and besides that going from punk to screamo to acoustic should be reason enough to explain the great variety in the artistical work of the composer.

In the need of a change in his life Böttler moved to the city of Karlsruhe. Though this place is not well known for being an indie-music-citiy, Böttler was lucky to find some extraordinary musicians there. From time to time somebody discovers splendidness behind the curtain of the inconspicuous.

The music of September Leaves is contradictory. They tell us stories about failure in a true and forthright way, though they convince us that hope is still something worth fighting for.